Geweihe, Blumen und ein Moment, der fast nicht stattgefunden hätte
Die Entstehung von „Jagdtrieb“ — Farben der Vergänglichkeit
Die Idee zu Jagdtrieb war von Anfang an klar: Schwarzwald, Hirschgeweih, florale Elemente — aber nicht als Zitat von Tradition. Keine Tracht, keine Folklore. Stattdessen Körper mit Haltung. Tätowierungen, aufwendige Frisuren, Schmuck, Blumen. Eine Bildsprache, die Anklänge an den Barock trägt — und sie gleichzeitig aufbricht.
Die Serie entstand in zwei Teilen. Ein erstes Shooting, reduziert auf ein Bild. Ein Versuch, ein Herantasten. Zu sehen, ob das, was im Kopf funktioniert, auch im Raum trägt. Das zweite Shooting folgte einige Zeit später. Drei weitere Arbeiten entstanden — wie eine Fortsetzung dessen, was im ersten bereits begonnen hatte.
Die Vorbereitung begann lange vorher. Die Frisuren waren keine klassischen Stylings, sondern Konstruktionen. Unterbauten aus Draht, von Hand gefertigt, stabil genug für die Form — und gleichzeitig leicht genug, um getragen zu werden.
Dann gab es einen Moment, in dem alles kurz stillstand. Die Frisur für das grüne Bild saß nicht richtig. Zu weit hinten. Nicht stabil genug. Nicht im Gleichgewicht. Und je länger man hinsah, desto klarer wurde: So kann das Bild nicht entstehen. Die Zeit lief bereits. Make-up war fertig. Das Set stand. Alle waren bereit. Nur die Frisur nicht.
Mister M (trocken): „Statik ist keine Meinung.“
Also blieb keine Wahl. Alles noch einmal von vorne. Die Frisur wurde abgenommen und neu aufgebaut — weiter vorne, stabiler. Es dauerte länger als geplant. Am Ende waren es viele kleine, unsichtbare Haarnadeln, die alles zusammengehalten haben. Mehr, als man sieht.
Mister M (kurzer Blick, fast beiläufig): „Stark unterschätzt.“
Als sie wieder saß, war klar: So ist es perfekt, so funktioniert es.
Währenddessen entstanden die floralen Elemente direkt am Set. Gesteckt in dem Moment, in dem Make-up und Haare bereits im Aufbau waren. Alles parallel.
Es war ein kleines Team. Viele kannten sich kaum — und trotzdem hat jeder mit angepackt, als wäre es selbstverständlich. Während die Modelle in Maske und Hairstyling waren, haben Matthias und ich das Set weiter aufgebaut. Lichttests, Anpassungen, kleine Korrekturen. Ein Akkuladegerät für Nikon lief parallel im Hintergrund. Das Licht musste schnell reagieren. Keine Umwege, kein Suchen.
Mister M (ein kurzer Blick auf den kabellosen Blitzauslöser): „So geht das!“
Zwischendurch ging es nicht nur um Bilder, sondern auch um alles, was ein Set am Laufen hält. Organisation, Abstimmung, Versorgung des Teams. Ich habe den Modellen beim Ankleiden geholfen, Schmuck angelegt, Details justiert. Lena verantwortete das Make-up. Roman entwickelte die Hairstyles. Isabell-Naomi stand vor der Kamera als Albeda und übernahm gleichzeitig das Hairstyling für ein weiteres Model. Vor der Kamera standen außerdem Tanja (Viriditas) sowie Nadja (Rubeda und Nigreda). Matthias begleitete das Shooting als technischer Fotoassistent. Und ich habe fotografiert.

























Am Set — alles im Fluss
Am Set war von Anfang an eine entspannte Stimmung. Alles war im Fluss. Während Haare, Make-up und Blumen Zeit brauchten, ging das Fotografieren selbst überraschend schnell. Fast wie ein Kontrast zum Rest des Tages. Wir wussten vorher ziemlich genau, wohin das Bild gehen soll. Der Ausdruck war klar. Die Haltung auch. Am Set ging es deshalb nicht um große Anweisungen, sondern um Details. Präzise, aber mit einer Leichtigkeit. Mitten im Shooting ist plötzlich der Akku leer. Kein Übergang. Einfach schwarz. Zum Glück lief die gane Zeit das Akku-Ladegerät im Hintergrund.
Mister M steht schon daneben: „100 % geladen.“
Ein kurzer Wechsel — dann geht es weiter. Beim Fotografieren selbst ging der Blick immer wieder ins Ganze. Sitzt das Geweih wirklich mittig? Trägt das Bild — oder kippt es? Die Anweisungen waren andere als sonst. Kein „Augen auf“. Kein „Lächeln“. Kein „Schlafzimmerblick“.
Sondern: Geweih nach vorne. Schädel nach rechts. Blumen höher. Hörner runter. Geweih leicht kippen.
Ein langer, aber guter Tag. Muskelkater an ungeahnten Stellen — und viel Lachen.

Am Set dabei
Nicht alles sieht man im Bild. Aber einiges entscheidet, ob es überhaupt entsteht.
Mister M sagt: Das hat wirklich einen Unterschied gemacht
Haarnadel Set
Unauffällig. Aber ohne sie hält nichts. → ansehen
Godox X3-N Funk-Trigger
Endlich sieht man, was man tut. Kein Rätselraten im Dunkeln. Schnell, klar, direkt steuerbar. → ansehen
Llano Akkuladegerät (Nikon)
Zwei Akkus parallel. Und auch sichtbar, wie voll sie sind. Praktisch für unterwegs. → ansehen
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Jagdtrieb — die finale Serie
Vier Arbeiten.
Vier Zustände.

